Teil eines Werkes 
1. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

41

Sand, zum Zeichen ſeiner Demuth. Waͤhrend dieſer Zeit ſcheint der große Herr nicht auf ihn zu achten, unterredet ſich mit anderen Leuten; ſobald ſein Va⸗ ſall gezahlt hat, antwortet er ihm in wenigen Wor⸗ ten. Der Stolz des Einen und die Unterwuͤrfigkeit des Anderen iſt ſo groß, daß das Verhaͤltniß Gottes zu Menſchen nicht ferner gedacht werden kann. Die Unterthanen ſind naͤmlich ſtets von der Furcht ge⸗ quaͤlt, daß ihre Weiber und Kinder zu Sklaven bei der geringſten Ungnade gemacht werden⸗

Budomel benahm ſich ſehr artig gegen Cada Moſto, und fuͤhrte ihn in die Moſcheen, wo des Abends die Araber yder Azauaghier ſeiner Umge⸗ bung zu beten pflegten. Er ſelbſt hob bei dem Ein⸗ tritte die Augen in die Hoͤhe, trat einige Schritte vorwaͤrts, ſprach leiſe einige Worte, legte ſich auf den Boden, und kuͤßte ihn, was alle nachahmten. Dann ſtand er auf, und wiederholte dieſe Zeremonie 29— 12 Mal waͤhrend einer halben Stunde. Hierauf fragte er ihn uͤber ſeine Religion, und Cada Moſto hatte den Muth zu erwiedern, die mahomedaniſche Religion ſey die falſche, und die roͤmiſch⸗katholiſche die wahre. Waͤhrend die Araber faſt wuͤthig uͤber dieſe Keckheit zu werden ſchienen, ſagte Bu domel laͤchelnd, er lege der Religion der Europaͤer einen Werth bei, weil nur Gott ſie mit ſo viel Einſichten und Reichthuͤmern ausſtatten koͤnne. Er fuͤgte aber bei, die mahometaniſche ſey gleichfalls ſchaͤtzbar, und