Teil eines Werkes 
1. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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lich ſey, ſo wenig von der Religion zu wiſſen, als der gemeine Poͤbel. Alle Moren ſind gewoͤhnlich nackend; ihre Schaam iſt mit einem Ziegenfelle ſtatt der Bein⸗ kleider bedeckt. Nur die Herren und Reichen tragen kattunene Hemden, welche durch ihre Weiber aus den Gewaͤchſen ihres Landes geſponnen werden. Sie we⸗ ben ihren Kattun nur eine Spanne weit, und naͤhen 5— Stuͤcke zuſammen, wenn ſie etwas Großes ma⸗ chen wollen. Ihre Hemden bedecken nur den halben Hintern und die halben Arme. Ihre kattunene Bein⸗ kleder haͤngen bis auf die Schienbeine hinab, und ſind 30— 40 Hand weit, daher voll Falten, und glei⸗ chen vorne einem Sack, und Binten einem Schlepp⸗ kleide. Die Weibsperſonen ſind vom Nabel aufwaͤrts blos; unten tragen ſie ein Stuͤck Kattun bis auf die Haͤlfte der Schenkel. Maͤnner und Weiber gehen bar⸗ fuß, mit bloßen Koͤpfen, und flechten ihr kurzes Haar in ſchoͤne Zoͤpfe mit verſchiedenen Knoten zuſammen. Die meiſten weiblichen Dienſte, z. B. Spinnen, Wa⸗ ſchen der Kleider ꝛc. verrichten die Maͤnner.

Die Hitze des Landes iſt außerordentlich groß; in der Mitte des Winters iſt es nicht einmal ſo kalt, wie in Italien waͤhrend des Aprils. Maͤnner und Weiber waſchen ihren Koͤrper taͤglich 4— 5 Mal, obſchon ſie uͤbrigens nicht ſo reinlich ſind. In den ihrem Lande eigenen Geſchicklichkeiten machen ſie jedem Europaͤer den Rang ſtreitig. Sie ſind ſehr geſchwaͤtzig, meiſtens Luͤgner und Betruͤger; doch ſind ſie ſehr menſchen⸗