239
Peſt mit Theriak, mit Orvietan, mit engliſchen Tro⸗ pfen und andern ſtaͤrkenden Mitteln geholfen; aber er will, daß erſt ein Brechmittel(Tartre émétique) vorhergehen ſoll, wenn der Kopf bedroht wird.
Die Armenier trifft dieſe Seuche am wenigſten, der ſie ſich doch ausſetzen. Sie trinken viel Wein, ſo maͤßig und thaͤtig ſie auch ſonſt ſind; ſie eſſen viel Ge⸗ ſalzenes, Knoblauch und Zwiebeln. Das Schweine⸗ fleiſch iſt ein Gift, denn es hindert die Ausduͤnſtung.
Die unreinlichen Haͤuſer, und vorzuͤglich der Ju⸗ den ihre, wo zahlreiche Familien ſich verſammeln und vervielfaͤltigen, werden am erſten angeſteckt. Die Rein⸗ lichkeit, und noch mehr die Heiterkeit des Gemuͤths, ſind hoͤchſt noͤthig. Ein lebhaftes und ploͤtzliches Schre⸗ cken, Verdruß und Leidenſchaften, die den Geiſt ſehr erſchuͤttern, ſind die naͤchſten Verfaſſungen, die Peſt anzunehmen.
Die wirkliche und oͤrtliche Arzneikunſt hat daher nichts weiter fuͤr dieſe Krankheit, als Verwahrungs⸗ mittel, und einen guten Rath.
Die Griechen kennen ſo wenig, als wir, die Na⸗ tur des peſtilenzialiſchen Giftes. Sie ſind eben ſo we⸗ nig im Stande, zu erklaͤren, warum daſſelbe Mittel,


