Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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Jugend; er lieſt laͤchelnd die Blumen auf, die ih⸗ ren Haͤuptern entfallen, um das ſeinige damit zu ſchmuͤcken.

Ich habe ſchon von den Maͤdchen geredet, die ſich vereinen, um zuſammen an ihrer Stickerei zu arbei⸗ ten. Einige machen die Wolle und Seide zurechte: andere ſpannen den Zeug in den Rahm: eine andere zeichnet das Muſter. So findet man in dem Vater⸗ lande der Kuͤnſte die lebenden Gemaͤlde der Kunſt der Minerva wieder, ſo wie ſie auf den alten Denkmaͤ⸗ lern vorgeſtellt wird.

Doch welch ein Contraſt ruͤhrt meine Blicke auf eben dieſem Lande, wo mich alles zum Spatziergange einladet, in dieſer laͤchelnden Landſchaft, durch Spiele und Taͤnze verſchoͤnert! Nicht weit von dem Dorfe ſehe ich zerſtreute Marmorſtuͤcke: ein Prieſter in einem langen Kleide ſingt Hymnen: traurige Weiber zuͤnden Kerzen an, weinen auf den Graͤbern und ſcheinen die Chriſten der Verſtorbenen durch ihr Aechzen und ihre Thraͤnen hervor zu rufen.

Das neuere Griechenland beut noch in einzelnen Dingen alles dar, was die ſchoͤnſten Formen des meuſchlichen Koͤrpers ausmacht. Man ſieht daſelbſt noch taͤglich Schoͤnheiten, die eines Pinſels des Apelles wuͤrdig ſind..