Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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Wer iſt der ſitzende Greis, dem ein junges Maͤd⸗ chen mit ſo vieler Aufmerkſamkeit zuhoͤrt? Es iſt ein Zauberer, der ſie einen Liebestrank machen lehrt, um einen Fremden, in den ſie verliebt iſt, an ſich zu zie⸗ hen und zu einer Heirath zu zwingen. Sie wieder⸗

holt die Worte, die ſie bei Zubereitung des Philtrums machen muß.

Beſuchen wir das Land, ſo finden wir ebenfalls daſelbſt die Schaͤfer und Fiſcher des Theokrits. Hier kuͤndigen muſikaliſche Inſtrumente, ein zahlreiches Heer Springer, und die Fackel des Hymen eine laͤnd⸗ liche Hochzeit an.

Sehen Sie dieſe junge Baͤuerin bei einem Brun⸗ nen ſitzend? ſie lehnt ſich auf ihren Krug, den ſie ge⸗ fuͤllt hat. Dieſer Krug iſt von eben der Geſtalt, wie der Alten ihre Kruͤge, und der Schaͤfer, der mit ihr ſpricht, haͤlt ſeine Heerde auf, um ſich ihr zu naͤhern.

In jener Reihe ſchattigter Baͤume ſehe ich einen offenen Wagen herkommen, der gedraͤngt voll junger Maͤdchen iſt. Sie ſingen wechſelsweiſe nach ihrer Ge⸗ wohnheit. Ihre Haͤupter ſind mit Blumen geſchmuͤckt, und der Greis, der ſie leitet, entzuͤckt, ſie zu fahren und zu hoͤren, uͤbereilt ſeine langſamen Ochſen nicht. Er beſchaut mit innigem Vergnuͤgen dieſe verſammelte