Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

227

Der Reihentanz geht hierauf an, und ſie fuͤhrt auf: ſie gibt einer ihrer Geſpielinnen das eine Ende ihres Schleiers, und haͤlt das andre. Der Wind ſchwellt dieſen leichten Schleier ſanft empor, und alle Taͤnzerinnen, mit der Roͤthe einer unſchuldigen und lebhaften Freude, die in ihren Augen glaͤnzt und ihre Wangen faͤrbt, huͤpfen in Cadenz unter dieſen fließen⸗ den Bogen, welcher der Iris ihren oder jenen Schleier oorſtellt, den die Liebesgoͤtter in der Luft auf dem be⸗ ruͤhmten Petſchafte des Michel Angelo halten, bald hin, bald wieder zuruͤck. Welche Schilderungen fuͤr einen Maler und fuͤr einen Dichter! Zeichnen ſich nicht die Choͤre und die Taͤnze der Nymphen den Blicken desjenigen aufs neue, der Augen hat, hier das alte Griechenland zu ſehen, und Geſchmack, der ganzen Schoͤnheit, des ganzen reizenden Schau⸗ ſpiels zu genießen?

Die Muͤtter, zu alt zum Tanze, und die Greiſe ſitzen unter Baͤumen, ſehen dieſen Spielen zu, und ſcheinen ſich uͤber alle die Vorzuͤge dieſer glaͤnzenden

Ingend zu frauen.

In einiger Entfernung ringen Juͤnglinge, oder uͤben ſich im Tellerwerfen und im Wettlaufe: aber ſo bald ſie die Taͤnze ſehen, laufen ſie zu und miſchen ſich darein, um ſie mehr zu beſeelen, und lebhafter und angenehmer zu machen.