226
nach und folgen ihr, gleich den gefluͤgelten Genien, die uns die alten Maler darſtellen.
Die Sonne naͤhert ſich dem Horizonte, der Schat⸗ ten verbreitet ſich: die junge Griechin, voll Ungeduld auszugehen, um ſich zu zeigen, ſteigt in den Garten oder auf die Wieſe herab; ihr um den Hals nach⸗ laͤſſig geworfener Schleier flattert nach dem Spiele des Windes. Simpel in ihrem Anzuge, hat ſie auf ihrem Kopfe bloß eine kleine Haube und einige Blu⸗ men, welche zwei Haarlocken, die ſie hinauf geſchla⸗ gen, zuſammen halten, und durch einen doppelten Halbzirkel befeſtigen. Ihr uͤbrigens langes Haar faͤllt wallend auf ihre Schultern herab. Sie hedt eine Hand nach ihrem Buſen, welchen ihr Kleid entdeckt und der Flor ſehen laͤßt. Mit der andern Hand haͤlt ſie den Schleier, den ſie dem Wind abzuſtreiten ſchei⸗ net, der ſich mit mehr Gewalt erhebt. Ein Kleid von einem ſehr leichten Zeuge, das ſich an ihrem Leibe anſchmiegt, verraͤth deſſen ganzen ſchlanken und feinen Wuchs. Der vordere geſtickte Guͤrtel glaͤnzt auf die⸗ ſer Kleidung. Sie laͤuft, um ſich mit ihren Geſpie⸗ linnen zu vereinigen, die ſie rufen und zum Tanze einladen.
Beim Anblicke des Tanzes laͤuft das junge Maͤd⸗ chen, wie die Atalante; ſie ſtellt ſich, wie die Diana, an die Spitze der Nymphen.


