Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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oeiden Haͤnden an dieſen Kopfputz, um ihn zu befe⸗ ſtigen, und gleichſam um das Gewicht davon zu ſtuͤtzen.

Soll ich ſchildern, wann ſie aus dem Bade kommt, um ſie mit der Venus Anadyomene, oder mit den ſchoͤnſten griechiſchen Bildſaͤulen zu vergleichen*)* Die ſchoͤne Badende nimmt aus den Haͤnden ihrer Sklavin ihr durchſichtiges Hemde und ein leichtes Gewand. Sie erhoͤht ihren Wuchs, indem ſie ihre nackten Fuͤße in jene Pantoffelſchuhe oder Galoſchen ſteckt, von denen ich geſagt habe, und auf denen man die eingelegte Perlmutter und erhabene Stickerei glaͤn⸗ zen ſieht: ſie tritt majeſtaͤtiſch einher, mit wohlrie⸗ chenden Waſſern geſalbt. Aber es iſt nicht die Venus der Aeneis, es iſt die Muſe des Kothurns, den die Griechen von dieſem Modelle genommen haben. Die Kinder, von denen ich oben geredet, laufen ihr

*) Polygnotus von Thaſos, ein Sohn des Aglao⸗ phon, war der erſte, der ſeinen weiblichen Fi, guren feine und leichte Gewaͤnder gab; der erſte⸗ der ſie mit Kappen(mitrae) oder breiten Baͤn⸗ dern von verſchiedenen Farben, wie man ſie noch jetzt traͤgt, ungefaͤhr 430 Jahr vor Chriſti Geburt, coeffirte. Plin. Diss. de M. de la Nause, Mém. de l'Acadèm, de Inscript. tom. 25 p. 274. 4.

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