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Dieſe Uebung haben unſtreitig alle Laͤnder und Zeiten gemein; aber es iſt ganz gewiß, daß die Grie⸗ chen mehr, als alle uͤbrigen Voͤlker in der Welt, ge⸗ tanzet haben. Der Tanz machte unter ihnen einen Theil der Gymnaſtik. Er war ſelbſt von vielen Aerz⸗ ten verordnet, gehoͤrte zu den Militaͤruͤbungen, und wurde von allen Staͤnden geliebt. Er folgte allen Feierlichkeiten, und beſeelte alle Feſte; die Dichter ſelbſt recitirten und ſangen ihre Verſe tanzend ab. Aſpaſig, die ſich nur zeigen durfte, um alles mit ihren Blicken zu beſeelen, machet ſelbſt dem alten Sokrates zum Tanze Luſt.
Machten ſich aber die Maͤnner eine Ehre daraus, in dieſer Kunſt vortrefflich zu ſeyn, ſo mußte es vol⸗ lends bei den Weibsperſonen ein weſentliches Verdienſt ausmachen.—
Der Tanz war vor Alters bei den Griechen eine ſigurirte Nachahmung der Handlungen und Sitten. Dieß iſt auch die Urſache, warum Lucian verlangt, daß ein Taͤnzer, der zu gleicher Zeit ein guter Panto⸗ mime ſeyn ſoll, in der Fabel und Goͤttergeſchichte wohl unterrichtet ſeyn muͤſſe.
Bei allen Feſten ſang man Loblieder auf die Gott⸗ heit, die der Gegenſtand derſelbigen war, und die Taͤnze, die dem Geſange folgten, malten die vornehm⸗ ſten Zuͤge aus ihrem Leben. Man tanzte den Triumph des Bachus, die Hochzeit des Vulkans, und die Hoch⸗ zeit der Pales. Die jungen Maͤdchen thaten ſich


