Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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man den Kindern an den Hals haͤngt, die gewoͤhn⸗ lichſten Mittel, um dasjenige abzuwenden, was die

Griechen immer noch das boͤſe Auge nennen; und die

Tuͤrken haben eben dieſen Aberglauben angenommen.

Eine lebhafte Einbildungskraft, die leicht in Flam⸗ men geraͤth, die, mit Maͤhrchen und poͤbelhaften Irr⸗ thuͤmern genaͤhret, alles uͤbertreibt, und alles, was ſie gebiert, auch zu ſehen glaubt, die die Peſt, dieſe be⸗ ſtaͤndige Plage Griechenlands, als eine alte ſchwarz⸗ gekleidete Frau zu ſehen glaubt, welche des Nachts auf die Haͤuſer, die ſie durchlaͤuft, ihr toͤdtliches Gift aushauchet: eine ſolche Einbildungskraft muß aller Eindruͤcke faͤhig ſeyn, die ſie nur empfaͤngt.„Auch iſt, ſetzt dieſer Kirchenvater hinzu, ihre Seele allezeit mit paniſchen Schrecken erfuͤllt. Als ich aus meinem Hauſe ging, ſagt der eine, fand ich den oder jenen, und dieſe Begegnung prophezeiet mir viel Ungluͤck. Mein Spitzbube von Knecht, ſagt der andere, gab mir, indem er mir meine Schuhe reichte, zuerſt den linken, das Zeichen eines Verluſts oder einer Be⸗ ſchimpfung. Als ich, ſagt ein dritter, heute ausging, trat ich mit meinem linken Fuße zuerſt aus dem Hauſe, die Vorbedeutung eines uͤbeln Zufalls.“

Die neuern Griechen haben eben die Schwach⸗ heiten, eben die Beſorgniſſe, eben die Leichtglaͤubigkeit. Wenn man die Menſchen ſiundiret und ihnen Schritt vor Schritt folget, ſo wird man allezeit und uͤberall

A4ſtes B. Griechenland. II. 2.

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