Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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ſeinen Vaͤtern erhalten, getreu bleibt. Die Froͤmmig⸗ keit der Reiſenden befriediget ſich bloß mit dem An⸗ blicke der chriſtlichen Kirche, die auf den Ruinen der alten Tempel erbauet ſind: aber, wie ſchoͤn iſt es, Jeſum an eben den Orten verehret zu ſehen, wo vor⸗ mals, zu Epheſus und Chios, die Bildſaͤulen der Diane und der Hekate ſtunden.

Die griechiſche Religion iſt von den Ruſſen an⸗ genommen worden. Dieſe erhielten zu Ende des loten Jahrhunderts einen Metropoliten, der ihnen von dem Patriarchen zu Konſtantinopel zugeſchicket wurde, ſie zu taufen und zu unterrichten. Der Pa⸗ triarch von Rußland ward dieſem hernach unterge⸗ ordnet; aber im Jahre 1661 riſſen ſie ſich von dieſer Art Abhaͤngigkeit los, ohne doch Neuerungen in der Lehre zu machen. Mithin bekennen ſich die Ruſſen zu eben der Religion, wie die Griechen; und die Prie⸗ ſter oder Papas bei beiden Nationen tragen ſich auch auf einerlei Weiſe; aber dies iſt auch alles, was ſie mit einander gemein haben.

Strenge und oͤftere Faſten, die Gewohnheit, all⸗ gemeine Gebete anzuſtellen, und ſich vor Sonnen Auf⸗ gang in der Kirche zu verſammeln; die Furcht vor dem Banne, und nicht mehr zu der Gemeinſchaft der Glaͤubigen zugelaſſen zu werden; endlich die große Ehrfurcht fuͤr die Patriarchen und Biſchoͤfe, dieſe Ge⸗ braͤuche haben ſie eben ſo, wie die Griechen, von den erſten Chriſten beibehalten.