155 ſtaͤnde der Andacht der neuen Chriſten vervielfaͤltigen,
als ſie das Gluͤck hatte, den wahren Gott zu erkennen.
Da es vor Alters den Meinungen und Irrthuͤmern der Philoſophen uͤberlaſſen war, fand es in dem Evan⸗ gelium und in der chriſtlichen Sittenlehre das, was die Philoſophie, die die Gemuͤther verſtoͤrte, vergebens ſuchte. Aber die menſchliche Neugier, wenig mit dem Lichte des Glaubens zufrieden, welches die Vernunft
und der Stolz ſich will unterwuͤrfig gemacht wiſſen,
ſuchte zwiſchen dem Chriſtenthume und der alten Lehre von zwei Prineipien, oder von den guten und boͤſen Genien, einen Vergleich zu ſtiften: und dieſem Irr⸗ thume ſind die Griechen allezeit ergeben geweſen. Bald darauf erhob ſich eine Menge Ketzereien und Sekten im Schooße des griechiſchen Chriſtenthums, das nicht aufhoͤrte, wie das fabelhafte Griechenland, die Wiege des Irrthums und der Luͤgen zu ſeyn. Die Geſchichte der Kaiſer, die, ſeit dem Konſtantin, oft ſowohl mit theologiſchen Streitigkeiten, als mit politiſchen Angelegenheiten des Reichs beſchaͤftiget geweſen, iſt eigentlich nichts als eine Geſchichte der Unruhen und buͤrgerlichen Kriege der Religion, bis auf die Trennung der griechiſchen und lateiniſchen Kirche, die der Patriarch Michael Cerularius, unter dem Papſt Leo IX. veranlaſſet. Endlich ſchwieg die griechiſche Geiſtlichkeit, genaͤhrt in kirchlichen Kriegen und ewigen Streitigkeiten, vor dem letzten Eroberer Griechenlands. Mahomed II., zufrieden, daß er einen


