Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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Der Schaͤfer ſpielt ohne Unterſchied auf der Sack⸗ pfeife, der Floͤte oder der Lyra. Die Griechen ſingen zu gleicher Zeit und wiederholen bisweilen Singewei⸗ ſen, die die Italiaͤner ſie gelehret, und die ſie nach ihrem Geſchmacke gefunden haben.

Die Religion dieſes Volks iſt, wie die ganze Nation, mit dicken Finſterniſſen der Unwiſſenheit be⸗ deckt, und durch einen Haufen aberglaͤubiſcher Dinge verſtellt; ſie hat blos die Ceremonien, Zierathen und Feierlichkeiten, als ſo viele Zeichen, an denen man ſie erkennen ſollte, beibehalten.

Wie hat ſich das reine Gold in ein ſchlechtes Blei verwandeln koͤnnen?

Die Religion eines Volks in den Haͤnden ſolcher Prieſter, die kaum leſen koͤnnen, muß ein bloß aͤußer⸗ licher und ungeſtalter Gottesdienſt ſeyn, ein dunkles und ſchwaches Licht, das man kaum anſtatt der Fackel erkennet, von welcher ſonſt Griechenland erleuchtet wurde, und die die tollen Irrthuͤmer, oder die Fin⸗ ſterniſſe des Heidenthums zerſtreute.

Die Unwiſſenheit der Geiſtlichkeit unterhaͤlt noth⸗

wendig eine nicht geringere bei der Nation. Die

Pracht der Feſte und die Ceremonien ſind dem Volke genug, und dieſes zu Sklaven gemachte Volk, dem die Tuͤrken ihre Kirchen, ihre Altaͤre und Kloͤſter ge⸗ laſſen haben, verlangt und ſieht nichts weiter. Dieſe Nation, die Mutter der Vielgoͤtterei, da ſie ihren Geiſt nicht geaͤndert, mußte nothwendig die Gegen⸗