Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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Der alte Gebrauch, geroͤſtet oder gebranntes Korn zu eſſen, ein Gebrauch, der nothwendig vor der Kunſt, es zu zermalmen oder zu mahlen, vorhergegangen, und von dem Myletus, einem Sohne des Lelex, erſten Koͤnigs von Lakonien, erfunden worden, iſt noch vor⸗

handen. Das ſtarke tuͤrkiſche Korn und die Erbſen,

die man kochen laͤßt, ſind in Griechenland ſehr ge⸗ woͤhnliche Gerichte.

Man findet bei den griechiſchen Mahlzeiten nicht allein die alten Ausſchweifungen und die alte Einfalt, ſondern auch die Blumenkraͤnze, die ein ſo gutes Bild von der Freude der Gaͤſte machen. Die Blumen

ſchmuͤcken auch die Haͤupter der Verliebten, und ſie

haͤngen noch welche an die Thuͤren ihrer Gebiete⸗ rinnen.

Es wurde ſchon erwaͤhnt, daß die Weiber haupt⸗ ſaͤchlich die jungen Maͤdchen in ihren Hauptſchmuck natuͤrliche Blumen einflochten, mit denen ſie ſich be⸗ kranzen; die jungen Leute, die galant ſeyn wollen, thun eben daſſelbe. 1

Wenn man den erſten Mai alle Thuͤren der Grie⸗ chen mit Blumen bekraͤnzt ſehen ſollte, ſo wuͤrde man ſich gewiß an die Stellen in den griechiſchen und la⸗ teiniſchen Dichter erinnern.

Zu Ende der griechiſchen feierlichen Gaſtmale muß allzeit eine Libation geſchehen. Man endigt ſie nie⸗ mals, ohne, wie vor Alters, Wein zu gießen, indem man zugleich gute Wuͤnſche fuͤr den Wirth und fuͤr