Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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die Roͤmer ein wenig zu viel tranken, ſo nannten ſie dieſes pergraecari, auf griechiſche Weiſe trinken.

Die rechten Trinker forderten, wie heut zu Tage bei ihnen geſchieht, einander auf das Trinken heraus.

Sie trinken den Wein unvermiſcht, ſagt ein Rei⸗ ſender, und wenn ſie in Geſellſchaft trinken, geht der Becher um den Tiſch herum, ſo wie die Geſundheiten, die ſie ausbringen.

Die Gewohnheit, bei Tiſche zu ſingen, iſt auch bei den Griechen ſehr alt. Sie tranken jeder nach der Reihe auf die Geſundheit ihrer Geliebten, und oft ſtießen ſie dabei ſo vielmal an, als Buchſtaben in dem Namen derſelben waren. Man darf nur in der vierzehnten Idylle des Theokrit die Beſchreibung ei⸗ ner laͤndlichen Mahlzeit auf griechiſche Art nachleſen, ſo findet man ein getreues Gemaͤlde deſſen, was man noch heut zu Tage ſieht.

Bei ihren laͤndlichen Feſten, die ſie Erholungen des Geiſtes nennen, weil Spiele und Tanz damit vermiſcht ſind, wird nach der Zahl der Gaͤſte eine runde Tafel geſetzt, die oft die Geſtalt eines II hat. Die vornehmſten Perſonen ſitzen hinten, und darnach folget der Herr des Feſtes. Dieſer trinkt anfaͤnglich auf die Geſundheit aller Gaͤſte, die ihm nach der Reihe, das Glas in der Hand, daſſelbe erwiedern. Gefuͤllte Laͤmmer, die man im Ofen braͤt, und wieder mit ihrer Haut bedeckt, ſind die Hauptgerichte dieſer Mahlzeit.

Man erhitzt ſich darauf: man bringt ganze Kruͤge voll