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melt: die Spiele, die Feſte, die Taͤnze ſind dabei, und die Weiber zeigen ſich hier mit mehr Freiheit. Die jungen Leute, immer verliebt, oder bereit es zu werden, gehen dahin, nicht ſowohl, um Theil an den Opfern zu nehmen, die man den Goͤttern bringt, als vielmehr, die jungen Schoͤnheiten, die ſich daſelbſt
einfinden, neugierig zu beſehen, und wieder geſehen
zu werden. Ohne Zweifel darf man nicht nach Grie⸗ chenland gehen, um dasjenige aufzuſuchen, was wir alle Tage bei uns ſehen.
Zur Zeit des heil. Chryſoſtomus hatten die alten Griechen aus Pracht Tafeln, die mit Silber eingefaßt und ſehr ſchwer waren, und welche die Geſtalt eines großen Sigma C hatten. Dieß iſt auch noch heut zu Tage die Geſtalt der Tiſche bei den neuern Grie⸗
chen, ausgenommen, daß kein Silber dran iſt, und
umher viereckigte Sitze ſind.
Die Gewohnheit, liegend auf Betten, und oft in einem ſehr unanſtaͤndigen Nachtkleide zu ſpeiſen, kommt von der Gewohnheit, ſich zu Tiſche zu ſetzen, wann man aus dem Bade kommt, weil man ſich in der That gerne nach einem warmen Bade niederlegt; und in der freien Lage, die man auf dem Sopha nehmen kann, ißt ſichs weit bequemer. Die Alten, wann ſie gegeſſen, und hauptſaͤchlich wann ſie gut getyunken hatten,(denn ſie waren nicht die nuͤchtern⸗ ſten,) hatten bloß ein viereckigtes Kiſſen, worauf ſie ihr Haupt legten und ſich ausſtreckten, um zu ſchlafen.
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