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147 nige und Koͤniginnen diejenigen Maͤnner, die durch ihre Geburt und ihre Reichthuͤmer, und die Weiber, die durch ihre Schoͤnheit, den erſten Rang einnehmen. Die alten Koͤnige von Griechenland waren ſo zahl⸗ reich, ſo klein und ſo eitel, daß unter der Regierung der Kaiſer, die griechiſchen Herren ſich unter einander den Titel der Koͤnige geben konnten, der ihnen allein uͤbrig geblieben war.
Die eiteln und ehrgeizigen Griechen geben gemei⸗ niglich denjenigen, die ſich bei ihnen durch ihren Rang oder durch ihren Reichthum unterſcheiden, den Titel Krchontas, und Archontissa, das iſt, Prinz und Prin⸗ zeſſin. Die Archonten in Athen verwalteten die Re⸗ gierung: man waͤhlte jaͤhrlich ihrer neune, und der Zweite fuͤhrte den Namen des Koͤniges. Nachmals wurde den Vornehmſten an den Hoͤfen der Kaiſer der Name eines Archonten gegeben. Daher iſt der Titel Archontas bei denjenigen neuern Griechen geblieben, die vor andern ſich wegen ihrer Geburt oder wegen ihrer Reichthuͤmer eines merklichen Vorzugs anmaßen, oder darauf Anſpruch machen.
Die Griechen liebten allezeit Feſte: die groͤßten
Feierlichkeiten ihrer Religion ſind fuͤr ſie oͤffentliche
Luſtbarkeiten, glaͤnzende Feſte, die ſie mit eben ſo viel Freude als Aufwand begehen. Aber ſie laufen mit noch mehr Begierde nach den beſondern Uebungen der Andacht, die ſie aufs Land ziehen. Das Volk uͤberſchwemmt das weite Feld, wo man ſich verſam⸗


