Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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aͤrndtet, ich nur habe an der Spitze meiner Geſpielin⸗ nen geglaͤnzet. Sie wuͤrde es ſagen, ich ſchwoͤre bei deinen Augen, ohne daß ſie hinzuſetzen wuͤrde,weil Lucia nicht zugegen war. Geſchwinde, eile, ich will dir den roſenfarbenen Rock anziehen helfen, der dir ſo gut ſteht, und dieſen Strauß von Lilas auf dein Haupt ſtecken. Wir wollen die Schritte verdoppeln. Ich hoͤre die Leyer: ach! laufe zu, Lucia, laufe zu, damit Zoe, der der Tanz das Roth und den Glanz der ſchoͤnſten Farben gegeben, wann ſie dich ſieht, erbleiche und vor Verdruß verwelke.

Was ſoll ich bei dieſer Gelegenheit, von der Sprache der Liebhaber bei unſern Griechen ſagen? Man wird nirgends einen ſo uͤbertriebenen Unſinn und eine ſolche Wuth von Liebe, wie bei ihnen, an⸗ treffen. Keine Sprache kann ſo viele bedeutungsvolle Namen aufweiſen, als hier die Liebhaber an ihre Ge⸗ bieterinnen verſchwenden. Man ſieht verliebte Grie⸗ chen, hauptſaͤchlich unter dem Volke, die Naͤchte unter den Fenſtern ihrer Geliebten zubringen, die zaͤrtlichſten Geſaͤnge mit der Leyer begleiten, und in gewiſſen An⸗ faͤllen von Wuth, ſich die Arme verwunden, damit ſie hernach die Narben, als ſo viel ruhmwuͤrdige Zeichen ihrer Liebe, aufweiſen koͤnnen. An dieſen Zuͤgen wird man dieſe Menſchen erkennen, die vormals den Sprung von dem Gebirge Leukate thaten, und ſich ins Meer ſtuͤrzten, um ſich von ihrer Leidenſchaft zu heilen. Man wird die Nation daran erkennen, die der Natur

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