Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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137 die Diamanten neben dem Jasmin und den Roſen. Sie ſchmuͤcken ſich oft ohne aus dem Hauſe zu gehen, ohne den Vorſatz zu haben geſehen zu werden, und bloß fuͤr ſich allein. Man opfert alle dieſe Zierathen bloß einer tiefen und unvermeidlichen Trauer, oder ſonſt einer ſehr lebhaften Urſache des Schmerzens auf.

In Abweſenheit ihrer Maͤnner ſchmuͤcken ſich die griechiſchen Weiber faſt niemals.

Wann heut zu Tage die griechiſchen Weiber ein wenig weit gehen, und in der Straße nicht ihren Schmuck auskramen wollen, ſo laſſen ſie ihn mit ſich tragen, um ſich vorher damit zu ſchmuͤcken, ehe ſte in das Haus kommen, wo ſie ihren Beſuch abſtatten; und ſie nehmen ihn eben ſo wieder ab, wenn ſie von demſelben zuruͤcke kommen. Auch dieſes iſt ein ſehr alter Gebrauch*).

Der Faͤcher, der den griechiſchen Damen zu einem Sonnenſchirme dienet, iſt ſehr groß, rund, und von Pfauenfedern zuſammengeſetzt, mit einem elfenbeiner⸗ nen Griffe. So kannten ihn auch die Alten. In der Mitte iſt ein kleiner Spiegel. Die Damen tragen ihn auf dem Lande, und wenn ſie von der Hitze ab⸗ gemattet, ſich auf einen Sopha ſetzen: ſo nimmt dann ein Sklav den Faͤcher und wedelt ſeiner Gebieterin friſche Luft zu.

*) S. Terenz Eun. Aet. 4. Sc. 1.