Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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erſt in Buͤchern aufzuſuchen, die Ueberlieferung und die bloße Gewohnheit haben ſie dieſes alles gelehrt.

Die Kleider der jungen Maͤdchen preſſen ihnen den Koͤrper auf das Genaueſte zuſammen, damit ihr Wuchs ſchlank und leicht werde: auch beſchweret ſie dieſer Zwang oft, und ſie duͤrfen ſehr wenig eſſen.

Die tuͤrkiſchen Weiber, die in den Serrails oder Harems einzig zu den Vergnuͤgungen der Sinne be⸗ ſtimmt, oder beſſer zu ſagen, durch ein ungerechtes Geſetz verdammt ſind, haben durchſichtige leichte Klei⸗ der, wie man ſie auf den antiken Gemaͤlden ſieht.

Die Mitra*), welche die Weiber vormals tru⸗ gen, hatte Baͤnderchen, die uͤber die Backen weg und unter das Kinn gingen. Die Griechen haben noch heut zu Dage dieſe Zierath, die in Gold mit Fraͤnz⸗ chen eingefaßt iſt. Man nennt ſie Kovxouxia oder auch Kauouiee und es kuͤndiget gemeiniglich eine Uupaͤßlichkeit an.

Die Binde, wenn ſie um den Kopf herumgeſchla⸗ gen iſt, bedeckt und ſtuͤtzt bisweilen die Bruſt.

Die griechiſchen Damen haben ſich ſtets gerne mit Edelgeſteinen bedeckt. Ihre Guͤrtelſchnallen, ihre Hals⸗ und Armbaͤnder ſind reichlich damit beſetzt, und ob ſie ſich gleich gern das Haupt mit den ſchoͤn⸗ ſten Fruͤhlingsblumen umkraͤnzen, ſo glaͤnzen doch

*) Eine Art ſeiner Kopfbinde.