Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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132.

Die Maͤgde bleiben nicht zu Hauſe, wenn die Frau ausgeht; ſie muͤſſen ihr folgen, wie es ehedem Brauch unter den Griechen war.

Das Gefolge von Sklavinnen und Maͤgden, die auf den Straßen eine griechiſche Frau begleiten, iſt für dieſes Land eben das, was eine ſchoͤne Equipage bei uns iſt, nur mit dem Unterſchiede, daß eine ehr⸗ bare Frau unter den Griechen nicht ausgehen kann, ohne wenigſtens eine Magd bei ſich zu haben; die von einem hoͤhern Range, die ihren Reichthum oder

ihre Eitelkeit zeigen will, laͤßt ſich von mehrern Skla⸗

vinnen begleiten. Schon vorher ward erwaͤhnt, daß die jungen Maͤdchen nicht eher in die Kirche gingen, als bis ſie

verheirathet waren. Dieſe letzte Gewohnheit, ſo alt

ſte iſt, wird nicht mit gleicher Strenge beobachtet:

inzwiſchen ſind ſie doch nicht weniger eingeſchraͤnkt,

als ſie es vormals waren. Sie werden es niemals wagen, ſich in der Geſellſchaft von Mannsperſonen

zu zeigen, wofern nicht Pater oder Mutter dabei zu⸗

gegen ſind, und es fuͤr genehm halten. Die jungen Griechinnen vertreiben ſich unter ein⸗ ander die Zeit mit Spielen, von denen ich in der

Folge reden werde. Sie bringen ihre Zeit damit zu,

daß ſie nebſt ihren Sklavinnen ſticken, oder die Vor⸗ uͤbergehenden durch die Jalouſien ihrer Fenſter ſehen. Dieſe verſchaffen ihnen den Vortheil, daß ſie ſehen koͤnnen, ohne geſehen zu werden.

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