Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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ſie ein Kind geſtillet hat, und von Stund an wird ſie der Familie einverleibt.

Die griechiſchen Damen entziehen ſich noch der Pflicht, ihre Kinder ſelber zu ſtillen, um ihre Schoͤn⸗ heit, ihren Buſen und auch ihre Geſundheit zu er⸗ balten, weil ſie dieſe dadurch zu ſchonen glauben. Man hat ihnen zwar immer geſagt, daß ſie ſich dar⸗ innen irrten, und daß ſie dadurch, daß ſie ihre Kin⸗ der der Nahrung und Wartung fremder Perſonen uͤberließen, wahre Stiefmuͤtter wuͤrden: aber die Ge⸗ walt des Beiſpiels, und die Gewohnheit hat die Ober⸗ hand uͤber alle Gruͤnde behalten:

Nach der Amme kommen die Sklavinnen und Mugde.

Den Sklavinnen wird noch jetzt, wie vor Zeiten bei den Griechen, mit vieler Sanftmuth und Freund⸗ lichkeit begegnet, und nach eintregewiſſen Zeit erhal⸗ ten ſie die Freiheit.

Es giebt ihrer ſogar, die ſie, wenn ſie noch ganz jung ſind, adoptiren, und die Toͤchter ihrer Seele nennen(Psychopaedi, Psychopaeda).

Die Maͤsde oder Sklavinnen, arbeiten wie vor⸗ mals mit ihren Frauen an Stickereien, und beſorgen das innere Hausweſen.

Bisweilen iſt auch eine Sklavinn nicht allein die Vertraute, wie die Amme, ſondern ſie wird ſogar bei gewiſſen Gelegenheiten zu Rathe gezogen, wo ſie ihre Meinung ſagt.