Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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ins Elend gejagt haben. Die Luft des Landes bringt es ſo mit ſich: und die Liebe zur Freiheit iſt noch ein Erbſtuͤck von unſern Vaͤtern. Wir muͤſſen noch unſern Zweck erhalten, und wenn wir die Haͤlfte unſers Ver⸗ moͤgens daruͤber verlieren ſollten.

Dieſer Zug beſtaͤtiget noch zur Gnuͤge die Gleich⸗ foͤrmigkeit des Charakters der neuern Griechen mit der alten ihrem. Man findet unter ihnen ſowohl als in der ganzen Levante eben die Anhaͤnglichkeit an ihre alten Gebraͤuche.

Haben ſie ihren Charakter, ihre Kleidung, ihre Gewohnheiten beibehalten, ſo koͤmmt es daher, daß ſie ihre Gebraͤuche als das einzige Eigenthum angeſe⸗ hen, das ihnen uͤbrig geblieben: es koͤmmt noch die gute Meinung dazu, die ſie davon haben mußten. He⸗ rodot gibt davon folgende Urſache an:Wenn man den Menſchen die Freiheit gaͤbe, die Gebraͤuche zu waͤhlen, die ihnen die beſten ſchienen, ſo kann man nicht zweifeln, daß ſie, nach einer ſorgfaͤltigen Pruͤ⸗ fung, nicht diejenigen ihres Landes waͤhlen ſollten: man muß alſo glauben, daß derjenige, der ſie verach⸗ tet, ſeinen Verſtand verloren habe.

Welch ein Unterſchied iſt zwiſchen uns und den Griechen! Sie thun noch alles, was ihre Vaͤter tha⸗ ten, indeſſen daß wir in unſern Gebraͤuchen, Moden, Gewohnheiten, ja ſogar in unſern Sitten nichts ſo ſehr ſuchen, als uns von demjenigen, was unſrte Vaͤ⸗ ter gethan haben, zu entfernen, und einen vollkom⸗