Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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ner, um mitten durch das Einfoͤrmige der Nation, die Rechtſchaffenheit derer ausfuͤndig zu machen, die ein Vertrauen verdienen. Man muß das Auge auf alle haben, weil ſie ſich alle vereinigen, und ſo zu ſagen, gemeinſchaftliche Sache wider die ihnen uͤber⸗ legene Nation machen, die mit ihnen handeln will.

III. Man muß bei den Griechen nicht mehr un⸗ ter Sklaven dieſes koͤnigliche Volk der ſchoͤnen Bluͤ⸗ thezeit ſuchen wollen: aber die Menſchen ſind immer dieſelbigen und haben dasjenige noch getreu erhalten, was ihnen diejenigen nicht haben entreißen koͤnnen, die ſie unters Joch gebracht haben.

Ein ſchoͤner Zug ihrer Freiheitsliebe iſt folgender: Die Athenienſer hatten ſich wider den tuͤrkiſchen Statthalter und wider andre vornehme Tuͤrken em⸗

poͤret, die ſie quaͤlten. Es betraf eine neue Auflage,

die man auf ihre Waaren legen wollte. Sie hatten mit einer ſehr ſtarken Parthei zu thun: aber der Aus⸗ ſpruch der Pforte gab ihnen gewonnen Spiel. Spon hoͤrte ſie uͤber die Sache, die ſie beſchaͤftigte, raiſon⸗ niren; er konnte ſich nicht enthalten, ihnen ſeine Verwunderung uͤber die Kuͤhnheit zu bezeigen, mit der ſie die Maͤchtigſten in der Stadt angegriffen hat⸗ ten. Ihre Antwort war:

Wir geſtehen, daß wir immer ein wenig zaͤnkiſch geweſen: aber Sie wiſſen, daß wir diejenigen niemals haben leiden koͤnnen, die ſich uͤber uns einiger Ge⸗ walt angemaßet, und daß wir unſere beſten Maͤnner