Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

119

ihm einen Sklaven ſeines gegebenen Wortes; den Griechen geſchmeidig, fein und betruͤgeriſch; den Ju⸗ den liſtig und treulos; den Armenianer ungelenk, gei⸗ zig und grob. Dieſe Nationen unterſcheiden ſich auch durch die Sitten, Manieren, Sprache, Gewohnheiten und ſelbſt durch die Kleidungen. Man findet unter ihnen diejenigen Tugenden und Talente, die allen Laͤndern eigen ſind.

Sie haben alle ihre beſondern Geſetze und ihre eigne Gerechtigkeit. Der Tuͤrke wird von dem Cadi oder im Divan des Großveziers gerichtet: die Grie⸗ chen und Armenianer unterwerfen ſich auf das ſtrengſte ihren Patriarchen, die mit leichter Muͤhe den ſchre⸗ ckenden Bann, den man ſuchet, ausſprechen, und den man gegen einen treuloſen Schuldner erhaͤlt. Der Jude fuhret ſeine Streitigkeit vor dem Rabiner, deſſen Urtheil keinen Widerſpruch findet. 3

Die Armenianer machen die zahlreichſte, reichſte und kluͤgſte Nation aus: es ſind arbeitſame, unermuͤ⸗ dete und ſtarke Leute, die von Wenigem leben, und alle muͤhſamen Arbeiten treiben. Da ſie in dem In⸗ nern der Provinzen zu leben gewohnt ſind, ſo lieben ſie die Pferde und kennen ſie vollkommen: ſie ſind Kaufleute und Reiſende: aus ihnen beſtehen faſt alle Karavanen, und der groͤßte Theil der Handlung nach Perſien und Indien iſt in ihrer Hand. Die meiſten Sarrafs oder Geldmaͤckler ſind Armenianer: hieher kommen ibre großen Reichthuͤmer. Die Sarrafen