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lung geſchickteſte Ort. Das Serail zieht alles Geld aus den Provinzen und die Produkte und Reichthuͤ⸗ mer der entfernteſten Laͤnder an ſich. Um dieſen Schlund her, der das Gold und Silber, ohne es je⸗ mals wieder heraus zu geben, verſchlingt, verſammeln und vereinigen ſich alle N ationen der ganzen Welt, und beſtreben und ſtreiten ſich durch einen nuͤtzlichen Wetteifer, um den Preis der Aemſigkeit und der Ta⸗ lente, Ein zahlreiches, aber unwiſſendes und neugie⸗ riges Volk, greift mit Erſtaunen nach ſchoͤnen und uͤberfluͤſſigen Dingen; auch macht ſie ihm der Geſchmack und die Gewohnheit zu Beduͤrfniſſen, und dieſe bie⸗ ten der Handlung den groͤßten Vertrieb an.
Der franzoͤſiſche Handelsmann hat in Konſtanti⸗ nopel taͤglich mit Tuͤrken, Griechen, Armenianern und Juden zu thun. Gemeiniglich findet er den Tuͤr⸗ ken wenig biegſam, allezeit begierig, und bisweilen in
fen Auf gleiche Weiſe ſchilderte er 414s ſeine Reiſe von Marſeille nach Smyrna und Kon⸗ ſtantinopel. Seinen literariſchen Ruf⸗ erhielt er vorzuͤglich durch vorliegende Reiſe. Bei de⸗ ren erſter Erſcheinung widmete Voltaire ihm einige ſehr ſchmeichelhafte Verſe, und die Grie⸗ chen ſendeten ihm das Diplom eines Ehrenbuͤr⸗ gers von Athen. Auch hatte er bei Gelegen⸗ heit einer Reiſe nach Neapel eine Dichtung ver⸗ faßt, die Jahres⸗Zeiten betitelt, welche großen Beifall erntete. Jaͤck.


