364 waͤhrend ihrer Monats⸗Periode, Ninderjaͤhrige, Wahn⸗ ſinnige, diejenigen, welche vom Hunger gequaͤlt wer⸗ den, und in Gefahr ſind zu ſterben; endlich alle, wel⸗ che hohen Alters wegen, die große Enthalt ſamkeit nicht aushalten koͤnnen. Die letztern ausgenommen, ſind alle uͤbrigen verbunden, nachher eben ſo viele Tage zu faſten, als ſie im Ramazan es unterlaſſen haben. Der Glaͤubige, welcher ohne dieſe religioͤſe Schuld abgetragen zu haben, ſtirbt, iſt zu einem Al⸗ moſen(Fidieh) verpflichtet, welches in einem halben
Maß(Saͤ) Getreide fuͤr jeden verſaͤumten Faſttag be-
ſteht, von dem dritten Theile der Perlaſſenſchaft des Verſtorbenen genommen, und den Armen gegeben wird. Selbſt Alte muͤſfen fuͤr die Nachſicht des Ge⸗ ſetzes jaͤhrlich ein beſtimmtes Almoſen bezahlen. Verſchiebt ein Glaͤubiger die vernachlaͤſſigten Tage bis zum naͤchſten Ramazan, ſo muß er zuerſt den gegenwaͤrtigen Ramazan beobachten, und die ver⸗ ſaͤumten Tage nachholen, ohne jedoch wegen ſeiner Nachlaͤſſigkeit Almoſen austheilen zu muͤſſen. Waͤhrend des Ramazan wird der Koran eifriger, als jemals geleſen, auch ein langes Gebet, Dera⸗ wihh, welches allein fuͤr dieſes Feſt verfaßt iſt, ver⸗ richtet. Es beſteht in einem außerordentlichen Na⸗ maz von 20 Rikaths, welches jeder Rechtglaͤubige in jeder Ramazans⸗Nacht herſagen muß, nachdem die gewoͤhnlichen fuͤnf Tages⸗Namaz vollbracht ſind. Die⸗ ſes lange Faſten⸗Gebet kann entiveder zu Hauſe, oder


