Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1829)
Entstehung
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alle Baſſins und Fontaines der Stadt, und das auf⸗ ſteigende Waſſer reicht kaum hin, alle Durſtigen zu be⸗ friedigen. Andere Haufen, vor, auf und in den Haͤu⸗ ſern thun bei dem Pilav Beſcheid, und halten die nahrhaften Reisſchuͤſſeln in dichten Gruppen umlagert.

Nach dem Mahle ſchwaͤrmen die Armen haufenweiſe

auf den Straßen umher, beſuchen alle Bekannte, und

ſehen ſo, daß ſie noch mehr bekommen. Die Gaſtfrei⸗ heit hat in den Ramazans⸗Naͤchten den hoͤchſten Grad erſtiegen. Die Tafel eines Muſelmanns iſt fuͤr Alle

beſetzt, ſein Haus ſteht um dieſe Zeit Jedem offen.

6 Mancher Reiche ſpeißt Tauſende an dieſem Tage; ei⸗ nige ſchicken ſogar ihre Diener und Sklaven mit reich⸗ lich gefuͤllten Schuͤſſeln auf die Plaͤtze, Straßen und Kays, und laſſen das Volk allgemein zum Genuſſe einladen.

In dieſen dreißig Naͤchten ſtellen die Muſelmaͤn⸗ ner einen Geiſt der Geſelligkeit dar, von welchem man die ganze uͤbrige Jahres⸗Zeit nur ſchwache Spuren bei ihnen antrifft. Nur in den Naͤchten dieſes Monats

duͤrfen in den muhamedaniſchen Staͤdten alle Kaffee⸗,

Trink⸗ und Speiſe⸗Haͤuſer offen bleiben, und jedes derſelben iſt, wie ein allgemeines Wirthshaus fuͤr alle 2

Staͤnde. Ueberall herrſcht der Geiſt der Froͤhlichkeit,

der Mittheilung, der Theilnahme. Man ſieht haͤufig

Arme neben Reichen, Unbekannte neben Angeſehenen; alle Staͤnde ſcheinen aufgehoben, unzaͤhliche Geſeli⸗ ſchaftliche Verhaͤltaiſſe abgeſchafft zu ſeyn.