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Woͤhrend der Tageszeit ſind die Straßen und Plaͤtze der volkreichen Hauptſtadt uͤberall wie ausge⸗ ſtorben, die Baſars ſind geſchloſſen, die Buden und Gewoͤlbe verriegelt, die Thuͤren der muſelmanniſchen Haͤuſer ſtehen nicht mehr offen, die Fenſterlaͤden und Gitter ſind zugemacht. Der Tag iſt in dieſem Mo⸗ nate die Zeit zur Ruhe fuͤr Muſelmaͤnner und Wei⸗ ber; alle ſchlafen jetzt, nachdem ſie die Nacht durch⸗ ſchwaͤrmt haben.
Der Faſten⸗Monat hat viel Beſchwerliches, be⸗ ſonders fuͤr arme tuͤrkiſche Handwerker. Er darf und kann am Tage nichts verdienen, und ſinkt Abends vor Duͤrftigkeit und Schwaͤche auf ſein Lager; fuͤr den Reichen iſt er mehr ein Vergnuͤgen, als eine Pruͤfung. Beſonders hart iſt es fuͤr die Bewohner der heißen Gegenden Aſiens und Afrikas.
Triefend vom Schweiße und bei der brennendſten Hitze der Sonne darf er nicht einmal einen Tropfen Waſſer auf die Zunge, nicht einmal einen Biſſen Brod an die Lippen bringen.
Ungeduldig ſieht die ganze muſelmaͤnniſche Nation dem Untergange der Sonne entgegen. Alles eilt an die wohlbeſetzten Tafeln; überall, wo es das Vermoͤ⸗ gen des Hauſes nur zulaͤßt, herrſcht in dieſen Tagen ein Reichthum und Ueberfluß au Speiſen und Ge⸗ traͤnken, welcher oft in Erſtaunen ſetzt, und ſeltſam genug der ſonſtigen Einfachheit der morgenlaͤndiſchen Lebensart widerſpricht. Die arbeitende Klaſſe belagert


