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bis zum letzten Tage des Monats Ramazan(Ramaßan, Remaſſan, oder Ramadan) lautet das Gebot, ſoll kein Rechtglaͤubiger, ſo lange die Sonne am Himmels⸗ Gewoͤlbe ſteht, einen Biſſen Eſſen und einen Tropfen Getraͤnk in den Mund bringen, ſondern nur waͤhrend der Abweſenheit derſelben.
Die Regierung unterhaͤlt in der Hauptſtadt ein beſonderes Korps von Leuten, welche auf den Gebir⸗ gen jenſeits Skutari genau den Eintritt des Mon⸗ des beobachten. Zur Belohnung fuͤr ihre Muͤhe ſind ſie von den jaͤhrlichen Abgaben und Steuern frei, und haben ein beſonderes Oberhaupt, Gin Goͤrmez. Dieſer muß ſogleich die Erſcheinung des Neumondes dem Stambul⸗Effendi bekannt machen, welcher dieſe Nachricht dem Vezier Aſſem und dem Sul⸗ tane uͤberbringt. Die Muezim machen nun mit ihren hellen Stimmen den Anfang der Faſten, von den vie⸗ len Thuͤrmen herab, allen Stadt Vierteln bekannt. Sogleich faſtet Jedermann mit der puͤnktlichſten Beob⸗ achtung ſeines Geſetzes. Mit Anbruch der Nacht kuͤn⸗ digen die Muezim jedes Mal von Neuem das Ende der Faſten an, und machen laut bekannt, daß gegen⸗ waͤrtig Zeit ſey zu beten und zu eſſen. Alles uͤberlaͤßt ſich dann dem Wohlleben, und die ganze Nacht wird unter Vergnuͤgungen zugebracht. Erſt mit dem An⸗ bruche der Morgenroͤthe kehrt Jeder zur Beobachtung ſeiner Faſten zuruͤck. Jeder Tag des vierwoͤchentlichen
Namazan iſt dem andern gleich.


