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Sowohl Geſetz, als Sitte gewaͤhrt den Weibern die Herrſchaft uͤber das Vermoͤgen des Mannes und uͤber ſeine Kinder.
Durch das Geſetz ſind den Weibern auch gleiche Rechte mit den Maͤnnern in Abſicht auf die Kinder eingeraͤumt..
Nach Eheſcheidungen bleiben die Soͤhne bei dem Vater, und die Toͤchter bei der Mutter. Geſetz und Sitte erleichtern den aſiatiſchen Frauen die Trennung von dem Manne auf jede Weiſe. So verlaͤßt oft eine Stunde nach dem Streite die Frau das Haus ihres Gatten mit ihren Kindern und Effekten, begibt ſich zu ihrem Vater, oder ihren Verwandten, und kehrt nicht eher zuruͤck, als bis der Mann ihr vollſtaͤndige Befrie⸗
digung gewaͤhrt hat. 3
Endlich behaupten auch die Orientalen, ſie muͤß⸗ ten in der Regel den Weibern das Recht laſſen, daß auf alle ihre Launen Ruͤckſicht genommen werde, und daß ſie nach dem Herkommen ihre Maͤnner unaufhoͤr⸗ lich unter jedem Vorwande zu quaͤlen im Stande ſeyen. Dieſes Vorrecht ſollen ſie als einen wefentli⸗
chen Vorzug der Schoͤnheit betrachten.
Beſucht daher eine Frau ihren Vater, ſo ſoll ſie oft nicht eher zuruͤck kehren, bis der Mann zwei bis dreimal gekommen iſt, ſie abzuholen. Haben ſie Be⸗ ſuch von ihren Freundinnen, ſo ſchicken ſie dem Manne ſein Eſſen in ſein Zimmer(Murdannah), und erlau⸗ ben ihm bisweilen in geraumer Zeit keinen Zutritt.


