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Kinder nach ihrem Willen zu verheirathen, und ihre Religion zu beſtimmen. Gemeinlich waͤhlen die Kin⸗ der den Glauben der Mutter, weil ſie von Jugend auf beſtaͤndig in ihrer Geſellſchaft ſind. So geſchieht es oft, daß, wenn die Mutter von einer Sekte und der Vater von einer andern iſt, die Kinder durch die Lehren und das Beiſpiel der Mutter bewogen, ſich fruͤhzeitig zu ihren Glauben bekennen, und von den Oberhaͤuptern der andern Sekte in des Vaters Ge⸗ genwart gering ſprechen.
Die Orientalinnen werden außer dem Hauſe mit entfernter Achtung behandelt. Auf der Straße ſchaut ein wohlerzogener Tuͤrke ſie nie an, um den Ruf ih⸗ rer Sittſamkeit nicht zu beleidigen; er kehrt vielmehr ſein Geſicht nach einer andern Seite, oder ſchlaͤgt ſeine Augen nieder.
Der Aufenthalts⸗Ort der Frauenzimmer wird fuͤr ein Aſyl gehalten. Verbrecher flehen ſogar im Namen des Harems, als der kraͤftigſten Art von Bitte, um Barmherzigkeit, und der bitterſte Schimpf fuͤr einen Mann iſt derjenige, welcher gegen ſeine Frauenzim⸗ mer gerichtet iſt. 3
Die Gerichts⸗Diener duͤrfen nicht in einen Ha⸗ rem, wenn nicht der Scheikh von dem Bezirke der Stadt zugegen iſt, und auch dann muͤſſen ſie den Frauenzimmern Zeit laſſen, ihre Schleier umzuwerfen. Dieſe Vorrechte erſtrecken ſich nicht bloß auf Tuͤrkin⸗ nen, ſondern auch auf Chriſtinnen und Juͤdinnen.


