Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

348

ſich an einem Orte, und verrichten ihre weiblichen Arbeiten. Muſikanten, Taͤnzerinnen, Schattenſpiele, Geſpraͤche und Unterhaltungen verſchiedener Art die⸗ nen zum Zeitvertreibe. Welche fremde Frauenzimmer den Harem beſuchen, braucht der Mann nicht zu er⸗ fahren; eben ſo wenig bekuͤmmert er ſich, wohin ſeine Frau gegangen iſt.

Die Morgenlaͤnderinnen verſchleiern und vermum⸗ men ſich dergeſtalt, daß ſie nichts, als die beiden Au⸗ gen und den obern Theil des Naſenblatts offen tra⸗ gen. Die Frauen koͤnnen bei ihren Freundinnen oft ganze Wochen bleiben. Waͤhrend eines ſolchen Beſu⸗ ches haben junge Leute von 15 Jahren, unter der Be⸗ nennung von Kindern, nicht ſelten Zutritt in dieſen Zimmern, ſpeiſen mit den fremden Damen, und neh⸗ men an ihren Unterhaltungen Theil. Die morgenlaͤn⸗ diſchen Frauenzimmer ſind von allem Antheile an den Geſchaͤften des Mannes, und von ſeiner Vorſorge fuͤr die Gaͤſte befreit.

Die Dienſtboten im Harem ſtehen ganz unter der Frau; ſie kann dieſelben waͤhlen und wegjagen, je nachdem ſie Luſt hat, und erlaubt dem Manne auf keine Weiſe Eingriffe in dieſe ihre Rechte.

Wie die Familie zunimmt, wird die Sorgfalt der Mutter immer bedeutender. Im Alter werden die Frauen von ihren Maͤnnern ſehr geehrt, und finden bei ihren Maͤnnern Troſt und Unterſtuͤtzung. Die Frauen baben auch das Recht, der Sitte gemaͤß, ihre