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dazu kommen noch die vielen Spatiergaͤnge naͤher und entfernter liegenden Gegenden des Bosporus. In St. Dimitri ſind die Straßen voll Hunde, ebenſo wie in Pera und Konſtanti nopel. Hier lernte ich bei einem franzoͤſiſchen Kaufmanne einen Menſchen von den Karai⸗Jaodis, oder ſogenann⸗ ten ſchwarzen Juden kennen.
Dieſe kleine hebraͤiſche Sekte, gehaßt von den uͤb⸗ rigen Juden, fuͤhrt in der Vorſtadt Haskioi ein ſtil⸗ les, abgeſondertes Leben. Der vorzuͤglichſte Unterſchied der Karaiten von den uͤbrigen Juden beſteht darin, daß ſie ſich bloß an die Buͤcher des alten Teſtamentes halten, und auf alle Auslegungen der Talmudiſten, Rabbiner und Kabaliſten keine Ruͤckſicht nehmen. Zum Wegweiſer bei ihren Gebraͤuchen nehmen ſie die Tho⸗ rah ſtatt des Talmuds. Ihre Kleidung iſt ganz mor⸗ genlaͤndiſch; Turbane ſieht man bei ihnen mehr, als Muͤtzen. Den Kopf ſcheeren ſie ganz, und unterſchei⸗ den ſich dadurch von den uͤbrigen Juden. Reiche Leute gibt es unter ihnen wenige. An Unſauberkeit ſtehen ſie nicht unter ihren uͤbrigen Glaubens⸗Geuoſſen. Sie naͤhren ſich vom Handel, treiben auch wohl einige Gewerbe. Bei Streitigkeiten iſt einer der Aelteſten ihr Schiedsrichter.
Auffallend war mir, ſagt der Reiſe⸗Beſchreiber, in St. Dimitri zum erſten Mal einen Brunnen⸗ tanz uach alt⸗helleniſtiſcher Weiſe zu erblicken. Abends verſammeln ſich die griechiſchen Maͤdchen und Frauen


