332
Oda, in welcher 40 Leibpagen Tag und Nacht zum Dienſte des Sultans bereit ſeyn muͤſſen, ſind drei ſehr ſchoͤne Portale aus Porphyr und Verde Antiko. Das mittelſte derſelben fuͤhrt zu den eigentlichen kai⸗ ſerlichen Gemaͤchern, die beiden andern zu den Woh⸗ nungen des Chokodar⸗ und Rikiabdar⸗Aga. Wegen ihrer tiefen Lage und Umgebungen von großen Vorgebaͤuden und Erkern war man nicht im Stande, dieſen viel Licht zu geben. Seidene Teppiche zieren den Fußboden; an den ſchoͤnen Marmor⸗Waͤnden ſind flach gemalte Blumen⸗Urnen angebracht, himmelblau mit Gold vermiſcht. Unten liegen koſtbare Divane mit geſtickten, und durch goldene Trotteln verbraͤmten Polſtern.
Dieſes waͤren kurz die vornehmſten und merkwuͤr⸗ digſten Zimmer in den Gebaͤuden des innern Serail, welche den Hofleuten, die den Kaiſer zunaͤchſt umge⸗ ben, eingeraͤumt ſind. Außer dieſen gibt es noch mehrere andere Gemaͤcher und Saͤle, in welchen die vornehmſten Verſchnittenen theils Befehle ertheilen, theils an ihre Untergebene Befehle und Auftraͤge er⸗ gehen laſſen; andere ſind zum gemeinſchaftlichen Ge⸗ brauche fuͤr mehrere Arten von Hof⸗Bedienten be⸗ ſtimmt, noch andere dienen den Sklaven und Dienern der Serails⸗Großen zum Aufenthalte.


