Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1829)
Entstehung
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XX. Der Hippodrom.

Der Bau des Hippodrom, welcher in der Vor⸗ zeit der Roͤmer⸗ und Griechen⸗Herrſchart zum Mittel⸗ punkte der großen oͤffentlichen Volksfeſte diente, und noch heute von den muſelmaͤnniſchen Großherrſchern zu gleichen Zwecken nach tuͤrkiſch⸗orientaliſchem Zu⸗ ſchnitte benutzt wird, ward von Severus begonnen, und von Konſtantin nach dem Modelle des Zirkus zu Rom beendigt. Zwei unabſehbare, lange, ge⸗ ſchmackvolle Saͤulen⸗Reihen uͤber einander und auf ei⸗ ner breiten Grundlage, umgaben deuſelben. Eine außerordentliche Menge von Statuͤen aus Marmor, Porphyr und Bronze, von Menſchen und Thieren, Kaiſern und Athleten, von der Hand der geſchickteſten Meiſter Roms und Griechenlands diente ihm

zur Zierde. Unter ſo vielen bewunderungswuͤrdigen

Gruppen befanden ſich auch hier die vier bronzenen Pferde von Lyſippus, welche aus Griechen⸗ land nach Rom und von da nach Konſtantino⸗ pel wanderten, und in der Folge der Zeit nach VWeo⸗ nedig gebracht wurden, wo ſie die Frontispice der Markus⸗Kirche zieren.

Die Tuͤrken erinnern durch die Benennung At⸗

meidan(Pferde⸗Platz), noch an die ehemalige Be⸗

ſtimmung dieſes Platzes. Er iſt jetzt faſt 400 geome⸗ triſche Schritte lang und 100 breit. Seine Geſtalt iſt viereckig. Blickt man nach der Gegend der Sophien⸗ Kirche, oder des großen Serails, ſo faͤllt das Auge