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ßen langen Stabe in der Hand, und der Privat⸗Se⸗ kretaͤr des Fuͤrſten machten ihre Aufwartung. Bald ſchien die ganze Stadt ſich um den Wagen zu verfam⸗ meln, welcher ſie langſamen Schrittes in den erſten Hof des fuͤrſtlichen Palaſtes brachte, wo zwei Spaliere durch die Leibwache der Janitſcharen und Albaneſer gebildet waren, wie im zweiten Hofe. Sie wurde mit ihrem Gefolge in den großen Audienz⸗Sagal ge⸗ fuͤhrt, in deſſen Hintergrunde der Fuͤrſt in tuͤrkiſchem Anzuge, und umgeben von allem ſeinem Hofperſonale ſaß. Ueber ſeinem Haupte prangten die zwei Roß⸗ Schweife, der große Helm und Federbuſch, der praͤch⸗ tige Saͤbel und die uͤbrigen Waffen, welche bei feiner Ernennung in den Straßen von Ko nſtantinopel vor ihm getragen worden waren. Nach einigen Fra⸗ gen durch den Dolmerſcher wurde Kaffee und Kon⸗ feet gebracht, worauf die ſchrecklichſte Muſik ertoͤnte, wie ſie nur aus Trompeten aller Art, aus kupfernen Stuͤrzen und von Trommeln jeder Groͤße kommen konnte. Jeder Muſiker ſuchte ſeinen Nachbar durch einen groͤ⸗ eren Laͤrm zu uͤbertreffen. Wenn ein empfindſamer Menſch bei dem gezwungenen Anhoͤren einer ſolchen Muſik von einem Nerven⸗Schlage getroffen wuͤrde, waͤre es gar nicht zu verwundern! Nach einiger Un⸗ terredung mit der Fuͤrſtin bat Craven um die Er⸗ laubniß, in ihre Wohnung zuruͤck zu kehren, welches mit dem naͤmlichen feierlichen Zuge, wie bei ihrer Anfahrt geſchah. Zum Abendeſſen wurde ſie wieder durch das Gefolge des Fuͤrſten abgeholt, welcher ihr gleichzeitig ein praͤchtiges arabiſches Pferd ſchenkte. Die Tafel war ziemlich im europaͤtſchen Geſchmack angeorduet. Ein Tiſch mit Fuͤßen und Seſſel waren Sars unverhofft erſchtenen, mehrere ſilberne Gefaͤße chienen aus England zu kommen, vier alabaſterne Leuchter waren mit den ſchoͤnſten Blumen aus Nubi⸗ nen und Smaragden beſetzt. Die tuͤrkiſche Muſik war


