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durch Geſaͤnge der Zigeuner unterbrochen. Nachts um 11 Uhr kehrte ſie mit dem vorigen pomphaften Zuge unter 100 Fackeln in ihre Wohnung zuruck. Von Buckareſt fuͤhrt der Weg uͤber zwei kleine Baͤche, welche mit dem Fluſſe Argis vereint, durch die Thaͤler der Wallachei und Sitebenbuͤrgen fließen. Die Wege ſind ſo ſchlecht, und durch große Steine, welche in Stͤrmen von den Bergen herab rollen, ſo verdaͤmmt, daß mancher Wagen von 10— 20 Bauern muß unterſtuͤtzt werden, um weiter zu kommen. Dieſe Unwegſamkeit iſt aber vorzuͤglich Folge eines Friedens⸗ Schluſſes zwiſchen Oeſterreich und der Pforte, damit der Kanonen⸗Zug auf beiden Seiten unmoͤglich werde. Daher jedem Reiſenden zu rathen iſt, den Wagen zu verlaſſen und zu Fuß oder Pferd ſich weiter zu begeben. Deſſen ungeachtet iſt jeder Berg vom Fuße bis zur Spitze mit dem ſchoͤuſten Laubwerke bedeckt, die be⸗ bauten Ebeuen bieten den herrlichſten Raſen und die „ tbarſten Getreidfelder dar, und bei dem Ackern wwf. ſich die beſte ſchwaͤrzliche Dammerde hervor. So ſchoͤnes Bauholz auf den Bergen gedeihet, ſo iſt doch der Aufwand fuͤr deſſen Ueberfuͤhrung zu groß, als daß es gehoͤrig benutzt werden koͤnnte; auch iſt der Fluß nicht tief genug, um es floͤßen zu koͤnnen.
In Siebenbuͤrgen ſind die Bergwerke ſo reich an Gold, daß der Katſer jaͤhrlich 250,000 Dukatsn, als den dritten Theil des rohen Ertrages, von den Ei⸗ genthuͤmern erhebt. Ungarn wuͤrde das bevoͤlkertſte und reichſte Land werden, wenn zwiſchen dem adria⸗ tiſchen Meere und der Donau eine Verbindung durch ſchiffbare Kanale hergeſtellt wuͤrde. Die rief gewur⸗ zelte Traͤgheit der Tuͤrken wird deſſen Bewohnern immer Gelegenheit darbieten, ſeinen Wohlſtand zu erhohen; um ſo mehr, wenn die Pforte freien Handel auf dem ſchwarzen Meere allen öſterreichiſchen Unter⸗ thanen zugeſtehen wollte.
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