Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

110

Kutſcher alle 10 Minuten gegen die druͤckendſte Hitze der Sonne unter Baͤumen ausruhen.

Siliſtria war lange der Aufenthalt des Fuͤrſten der Wallachei; ſie liegt in einem Thale, und man kann ſie und die nahen Donau⸗Inſeln auf der Ein⸗ fahrt vom Berge herab recht wohl uͤberſehen. Von hier reiſte Craven uͤber Karalaſh nach Bucka⸗ reſt. Von jenem Orte an zieht ſich die Straße ge⸗ raume Zeit laͤngs der Donau fort, wo alle Vieh⸗Gat⸗ tungen in den Gefilden des vielfaͤrbigen Blumen⸗Klees weiden. So wenig man eine gebahnte Straße findet, eben ſo wenig wird von einem Wagen irgend eine Abgabe verlangt; deſto angenehmer war der Weg ohne Stein und Geleiſe. Je naͤher man gegen Bucka⸗ reſt kommt, deſto ſchoͤner eroͤffnet ſich der Blick uͤber Wieſen, kleine Waͤlder mit Bauhotz;, und uͤber Fel⸗ der mit tuͤrkiſchem Getreide von mehr als s Fuß hoch.

Craven wurde durch die Janitſcharen in ein griechiſches Kloſter geleitet, in deſſen Vorhofe ſie ſchnell von Menſchen faſt aus allen Sprachen umringt wurde. Ein Franzos belehrte ſie, daß ſie hier Qua⸗ rantgine halten, oder wenigſtens 5 Tage verweilen muͤſſe. Unterdeſſen war der Obere des Kloſters an den Wagen gekommen: ſobald er an ihrem Blicke er⸗ kannte, daß ſie nicht an der Peſt leide, ſo lud er ſie in ſein Zimmer ein, bis ſie ein Nachtquartter gefun⸗ den haͤtte. Er verweilte an ihrer Seite waͤhrend ih⸗ res Mittageſſens, bis der kaiſerliche Agent kam, und den Mißgriff entſchuldigte, daß ſie in das Peſthaus oder Lazaret gebracht worden ſey. Sie war kaum eine viertel Stunde in der Stadt angekommen, als vor ihrem Hauſe, der Wohnung des franzoͤſiſchen Konſuls, ein ganz ver⸗ goldeter Wagen, wie aus der Zeit des Koͤnigs Da⸗ gobert mit Kaſtanien braunen, hoͤchſt muntern Pfer⸗ den beſpannt, aufgeſtellt war. Ein Kammerherr in einem mit Gold durchwirkten Kleide, mit einem wei⸗