Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

104

men ziehen konnten, ſo ſpornte das Beduͤrfniß ihren Kunſtſinn fuͤr die Errichtung von marmornen Bogen⸗ Gaͤngen zum Sitzen und Spatzieren gegen die druͤckende Sonnen⸗Hitze; Werke, welche ſich durch Bauluxus eben ſo, als durch ihren Nutzen empfahlen. Ein mit Orangen beſetzter Garten von kaum 20 Schritten im Vierecke wuͤrde von den Athenern mehr bewundert worden ſeyn, als ein ſchoͤner Tempel, oder eine Reihe von Saͤulen, oder ſelbſt als ein Preis der olympiſchen Spiele. Selbſt die wenigen noch uͤbrigen Saͤulen be⸗ weiſen, daß ſie auch die gerinaſten Ereigniſſe durch marmorne Denkmaͤler zu verewigen ſuchten, daß der außerordentliche Vorrath dieſes Stoffes ihr Genie anfeuerte, in der Bau⸗ und Bildhauer⸗Kunſt jene hohe Stufe der Vollkommenheit zu erringen, nach welcher wir bisher vergebens ſtrebten. So z. B. ſind ſogar die Ruinen des Tempels der Minerva, wel⸗ chen Perieles errichtete, noch bewunderungswuͤrdig. In den Bas⸗Reliefs des Hauptthores der Citadelle haͤlt ein Frauenzimmer die Zuͤgel zweier feuriger Renn⸗ pferde ſo kraͤftig, daß man glauben koͤnnte, man ſehe dieſe auf dem Marmor ſich baumen, und man hoͤre ſie wiehern.

Die Baͤder zu Athen ſcheinen vorzuͤglich wirk⸗ ſam gegen Rhevmatiſm zu ſeyn, indem die Leute et⸗ was geſotten werden; es iſt aber unbegreiflich, wie die Frauenzimmer dieſen hohen Grad von Hitze ertra⸗ gen koͤnnen. Im Vorzimmer eines kreisfoͤrmigen Bad⸗