Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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zerbrochen, und aus deren Truͤmmern Kalk gebrennt, um einen Brunnen in der Naͤhe zu bauen! Der ein⸗ zige Tempel der Winde hat ſeine innere Schoͤnhei erhalten; von Außen iſt er eben ſo verdorben, wie alle uͤbrigen. Die meiſten Kunſtdenkmaͤler Athens wurden in verſchiedenen Verheerungs⸗Epochen ver⸗ ſchuͤttet mit den Kuͤnſtlern, welche durch jene unſterb⸗

lich werden ſollten. Auf der Ruine manches ſchoͤnen

Thores oder Triumph⸗Bogens haben große Stoͤrche ihre Neſter gebaut! Die wenigen Ueberbleibſel des einſt ſo beruͤhmten Pantheons geben noch einen Be⸗ griff von der ungeheuren Groͤße dieſes Gebaͤudes. Ein Einſiedler, welcher ſich auf der Erde nicht genug quaͤ⸗ len zu koͤnnen glaubte, ließ ſich auf der Spitze einer kanelirten korinthiſchen Saͤule deſſelben nieder, und entfernte ſich waͤhrend des 2o jaͤhrigen Reſtes ſeines Lebens nicht mehr von derſelben. Solche rieſenhafte Gebaͤude wuͤrden nicht zu begreifen ſeyn, wenn die

ſelben nicht durch ſehr zahlreiche Sklaven, welche von ihren Herren doch ernaͤhrt werden mußten, waͤren be⸗ foͤrdert worden, und wenn der reinſte und weißeſte

Marmor nicht aus Paros und den Umgebungen von

Athen genommen worden waͤre, an welchem die Kuͤnſtler bloß die von den Sklaven uͤbrig gebliebenen Verzierungen vollendeten. Da das Klima und die Sonne fuͤr die Anlage von Parks und Gaͤrten nicht ſo guͤnſtig war, wie in unſeren Laͤndern, da die Ein⸗

wohner keine Lauben oder ſchattigen Gaͤnge aus Baͤu⸗