Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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Tourneforts, die Hoͤhle ſey 200 Klafter tief, auf 300 Fuß berichtigt. Der Maler, welcher die Grotte abzeichnete, nahm auch Lady Craven, wie ſie am Fuße des ſogenannten Hochaltars faß, zugleich auf, und hatte dieſe Zeichnung fuͤr den zweiten Band von Choiſeuls Reiſen beſtimmt. Die vielen Schoͤnhei⸗ ken, welche die Grotte darbietet, ſind weder zu ma⸗ len, noch zu beſchreiben. Die nach und nach herab triefenden Tropfen bilden den ſchoͤnſten Alabaſter bald in Form der Altaͤre, bald manushoher Pfeiler auf dem Boden, deren Farbe ganz verſchieden iſt von jener der an der Decke haͤngenden, welche graulich braun und viel haͤrter zu ſeyn ſcheinen, als der feſteſte Stein. Wie ſo verſchiedenartige Kriſtalliſationen ſich bilden köoͤnnen, iſt am Orte ſelbſt der Aufmerkſamkeit der Naturforſcher hoͤchſt wuͤrdig. Denn die Bruchſtuͤcke, welche ſich in manchen Kabinetten befinden, geben uur ein ſchwaches Bild von den majeſtaͤtiſchen Geſtal⸗ tungen, welche die Hoͤhle in den verſchiedenen zim⸗ merartigen Abtheilungen in ſich verſchließt.

Nach dem hoͤchſt beſchwerlichen Hervorklettern aus der Grotte wurde Lady Craven von mehreren griechiſchen Baͤuerinnen umgeben, welche die Kleider derſelben mit Andacht beruͤhrten, indem ſie ein hoͤhe⸗ res Weſen, welches Wunder wirken, und Krankhei⸗ ten heilen koͤnnte, an ihr zu finden glaubten: denn noch nie hatte eine Weibsperſon gewagt, in die Hoͤhle bingb in ſteigen. Sie konnte ſich daher nicht anders