Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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56 ſie in Rußland bei gleichartiger Religion auch Schutz ihres Vermoͤgens finden wuͤrden. 3 Bei dem Abzuge eines neuen Fuͤrſten der Walla⸗ chei aus Konſtantinopel auf ſein Amt bildet ſich eine lange Reihe von Hoͤflingen und Leibwache, wozu die Pforte noch Janitſcharen und Koͤche in gleichen Paa⸗ ren zu Pferde treten laͤßt, deren eine Theil den Zug eroͤffnet, der andere ihn mit einer außerordentlichen Menge von Pferden ſchließt, welche mit reichen Scha⸗ braken bedeckt ſind. Vor dem in der Mitte reitenden neuen Fuͤrſten werden zwei weiße Roß⸗Schweife ge⸗ tragen, welche an einen Stock gebunden ſind, und eine Art Kappe, welche einer Sturmhaube gleicht, und ſeine neue Wuͤrde ſinnbildlich vorſtellt. Ein ſol⸗ cher Zug iſt ſo vornehm, als man ſich nur einen denken kann. Er wird um ſo prachtvoller, wenn der Fuͤrſt durch Veraͤnderung ſeines Namens ſich der Re⸗ gierung noch beſonders empfohlen hat.

Von Muſik haben die Tuͤrken und Griechen gar keine wahre Ahnung mehr; auch nicht die leiſeſte Empfindung ihrer Voraͤltern, welche durch die Leyer ſogar Felſen bezauberten. Jetzt ſieht man dieſes In⸗ ſtrument nur im roheſten Zuſtande, oder eine elende Violin, oder eine ſchlechte Guitarre an der Hand ganz gefuͤhlloſer Menſchen, welche durch ihr ſchreckli⸗ ches Geſchrei noch mehr Abſcheu vor ihrem muſikali⸗ ſchen Spiele in jedem gebildeten Zuhoͤrer erregen.

Der Sultan Achmet wurde allgemein als furcht⸗