Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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ſtaͤnde, um die Aufmerkſamkeit der Voruͤbergehenden auf dieſe zu leiten. Ihre Kinder, beſonders jene des Großherrn, verbergen ſie immer, ſo oft ſie glauben, daß maͤnnliche oder weibliche Chriſten ſie beobach⸗ ten koͤnnten. So glauben ſie auch, alle Franken ſeyen der Arznei⸗ Wiſſenſſchaft kundig; deßwegen erſuchen ſie dieſe um Mittel gegen ihre Krankheiten, wie ſie ſich auch in anderen Angelegenheiten an dieſelben wenden.

Unter vielen Thorheiten der Tuͤrken iſt eine ganz unerklaͤrbar. Die Sultane bauten naͤmlich ehemals am Ufer des Meeres mehrere Palaͤſte, welche jetzt ganz verlaſfen ſind. Einer liegt am Geſtade gegen Aſien, und iſt faſt dem Verfalle nahe; man findet noch Spiegel und koſtbare Meubles darin, welche nicht weggebracht werden, ſondern mit dem Baue zu Grunde gehen muͤſſen. Da Niemand ein Recht dar⸗ auf hat, ſo verliert die Pforte und das Publikum auf gleiche Weiſe. Der fuͤr einen Park geeignete Garten iſt ganz unbebaut. Da Niemand hinein kommt, ſo iſt dieſer ſchoͤnſte Platz der Kuͤſte, im Angeſichte des Serails, fuͤr Jedermann verloren. Leider! iſt ſo das Schickſal aller fuͤrſtlichen Reſidenzen, welche auch im beſten Geſchmacke, bloß aus Eigenſinn des Nachfol⸗ gers, unbenutzt mit der ganzen Einrichtung ſtehen bleiben. 3

So viele Thorheiten auch die Tuͤrken unter ſich Statt finden laſſen, o beobachten doch alle Hoͤhere