Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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ſchuͤtten. Gleichen Schutz der Duͤrken genießen auch die Tauben, welche uͤberall mit den Doggen auf der Straße uͤber die Nahrung ſich ſtreiten.

Der Kapudan⸗Paſcha ſucht ſich dem Großherrn durch die ſchrecklichſten Mittel unentbehrlich zu ma⸗ chen. Iſt er beordert, ſich mit der Flotte zu entfer⸗ nen, ſo laͤßt er durch ſeine Leute Tags vorher noch einen Theil der Stadt in Brand ſtecken, damit der⸗ ſelbe ſich nicht geſichert glaubt, und ihn zuruͤck haͤlt. Da die Haͤuſer aus duͤrrem Holze leicht gebaut ſind, ſo brennen ſie ſchnell wie Schwamm und Schwefel⸗ holz weg. Solche Ereigniſſe ſind fuͤr den unbefange⸗ nen Fremden ſehr ſchrecklich: wenn der Brand ſelbſt am Ufer des Meeres ausbricht, und die Janitſcharen noch ſo thaͤtig ſind, ſo werden doch 50 10 Haͤuſer in kurzer Zeit ein Raub der Flammen. Will der Sultan dem gemeinen Volke beweiſen, daß er nichts fuͤrchtet, ſo faͤhrt er unerkannt auf einem Nachen in Begleitung von 2 3 Perſonen, welche mit ihm aus der hintern Garten⸗Thuͤre kommen. Ein ſolcher Brand iſt wohl geeignet, ihm die groͤßten Beſorgniſſe beizu⸗ bringen, wenn er auch vorher ganz ſorgenlos war. Man weiß zu Konſtantinopel immer voraus, wann er ohne Leibwache und Gefolge ausgehen wird.

Die Duͤrken hegen den Wahn, daß die Blicke der Chriſten auf ihre Wohnungen und Kinder nachtheilig ſeyen. Dehtwegen haͤngen ſie an ihre Gewoͤlbe oder andere Theile der Haͤuſer Kugeln oder andere Gegen⸗