Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Grund ihres zu baldigen Verbluͤhens entdeckt, und ihren Zeitgenoſſen Vorſicht lehrt, werden ſie noch immer eben ſo ſchnell ihre Schoͤnheit verlieren, wie die Roſen, welche ſie vergoͤttern.

Alle Maͤnner des ganzen Geſandtſchafts⸗Perſona⸗ les waren ſehr begierig auf die Erzaͤhlung deſſen, was ihre Damen im Harem geſehen hatten. Bei dem Austritte aus dem Hofe eilte dieſen aber noch ein Diener des Harems mit dem Geſuche nach, ſie moͤch⸗ ten 2 3 Male ihre Wagen um den Hof, zum Ver⸗ gnuͤgen der Damen des Harems, welche durch ihre Jalouſien ſehen wollten, fahren laſſen, was man ih⸗ nen natuͤrlich gewaͤhrte. 63

In den Gaſſen von Pera oder Konſtantino⸗ pel koͤnnen die Wagen nicht ſo ſchnell fahren, wie zu Paris. Denn ſo viele herrenloſe Hunde halten ſich in der Mitte jeder Straße auf, daß die reitenden Tuͤrken wie die Kutſcher der Fremden oͤfters abſteigen muͤſſen, ſie zu verjagen, um durchzukommen. Alle dieſe Hunde ſind haͤßlich, von gleicher Race, eine Art ſchlechter Doggen; man kann nicht begreifen, wie dieſe elenden Thiere ſo maͤchtigen Schutz finden. Sie ernaͤhren ſich jedoch nur von dem Kothe und Miſte, welcher auf die Gaſſen geſchuͤttet wird, und kaͤmpfen mit einander bis auf den Tod, wenn ſie einen Kno⸗ chen darin finden; weßwegen auch taͤglich einige ver⸗ hungern. Niemand hat einen Hund fuͤr ſich; ale ſchlafen in den Gaſſen, wo ſie auch ihre Jungen