Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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87 cher Geſtalt man das Glaubens⸗Bekenntniß des Ver⸗

ſtorbenen ſchon vor dem Leſen der Inſchrift erkennt. Die Schoͤnheit der daſelbſt gepflanzten Baͤume, welche

nie umgehauen werden duͤrfen, kann man ſich im

Auslande nicht vorſtellen. Sie verbreiten ſich und wachſen bis zum Uebermaße in angenehmer Unord⸗ nung. Sie ſind weder durch Mauern, noch Gelaͤnder irgend einer Art eingeengt. Mancher Todten⸗Acker iſt 12 Meilen lang, und wuͤrde dem Reiſenden das naͤmliche Vergnuͤgen, als dem Tuͤrken gewaͤhren, wenn ſich nicht widrige Erinnerungen einmiſchten. Allein bei der Erwaͤgung, daß unter dem Boden, welchen man betritt, Peſt⸗Stoff ſich befindet, daß jedes neue Grab einen Koͤrper enthalten kann, deſſen Verweſung die Peſt beſchleunigt, daß alle Koͤrper ſehr eilig be⸗ graben, und nur leicht mit Erde bedeckt werden, entfernt man ſich gerne bald von jedem Todten⸗Acker, waͤre er auch mit den kunſtreichſten Grabmaͤlern be⸗ ſetzt. Die Tuͤrken erheben ſich durch ihren blinden Glauben an das unvermeidliche Schickſal uͤber die vor der Peſt beaͤngſtigten Chriſten, und wandern ſorgen⸗ los unter dem Schatten iener Baͤume, deren dicht

beaͤſtete Haͤupter die ſterbliche Huͤlle ihrer Aeltern

und Freunde decken. 1

Faſt ganz Konſtantinopel iſt mit einer ſehr hohen Mauer umgeben, uͤber welche ſich viele Erker und viereckigte Thuͤrme erheben; dieß iſt noch ein Werk der griechiſchen Kaiſer. Die meiſten Thuͤrme,