Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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riſcher Paſcha erhebt ſich ploͤtzlich mit ſeinen Truppen, und trennt ſich ungeſcheut von dem Monarchen, wel⸗ cher ihn einſetzte. in ſolcher war in Albanten an der Spitze von 40,000 Mann, dem es leicht geweſen waͤre, ſich zum Herrn eines großen Landes zu erheben. Er hieß Mahmud, und war erſt 30 Jahre alt. Er iſt Nachfolger ſeines Vaters in der Regierung des Landes zum Trotze der Pforte geworden. Unbegreif⸗ lich iſt, daß die Kuͤrken noch an eine Vorherbeſtim⸗ mung glauben koͤnnen, da ſie ſich doch uͤberzeugen, daß weder Talente, noch Geburt ſie zu Aemtern er⸗ hehen, daß aus keinem vernuͤnftigen Grunde ihnen der Kopf abgenommen wird und daß ſelbſt das hoͤchſte Vertrauen des Sultans nicht gegen ploͤtzliches Erdroſ⸗ ſeln ſichert. Der Grieche Petraki, eine Art von Hofbankier, hatte ſehr haͤufig Zutritt zu Achmet. Dadurch wurde der Miniſter ſo eiferſuͤchtig, daß er eines Tages im geheimen Rathe unter verſchiedenem Vorwande den Kopf Petraki's forderte. Der Sul⸗ tan hatte eine beſſere Meinung von dieſem, als die feindlich geſinnten Beamten; er weigerte ſich alſo, je⸗ nem Autrage Gehoͤr zu geben. Allein der Kapudan⸗ Paſcha und ſeine Anhaͤnger erklärten, daß ſie den Raths⸗Saal nicht verlaſſen wuͤrden, bis Achmer das Todes⸗Urtheil unterzeichnet haͤtte, welches er end⸗ lich auch unter einem Strome von Thraͤnen unter⸗ ſchrieb. In dieſem Falle wird ein Staatsdiener in die Wohnung des Ungluͤcklichen geſendet, um ſeine 37tes B. Türkei, III. r. 6