Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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zeſſin und Sklavin vermuthen. Wenn ein tuͤrkiſcher Ehemann vor der Thuͤre ſeines Harems ein Paar

Pantoffel ſieht, ſo darf er nicht hinein gehen. Seine Ehrfurcht vor dem Weibe iſt ſo groß, daß er ſich ihm bei einem fremden Beſuche nicht vorzuſtellen wagt. Europaͤiſche Weibsperſonen, welche mit entbloͤstem Geſichte auf den Straßen ſich ſehen ließen, waren Be⸗ keidigungen ausgeſetzt; deßwegen kleideten ſie ſich ge⸗ woͤhnlich wie Tuͤrkinnen. Man hat zwar auch Trag⸗ ſeſſel(Chaise à Porteurs), wie in andern Staͤdten; allein man muß ſich dann von s Tuͤrken tragen laſſen, ohne die Beſorgniß des Umwerfens zu verlieren. Man bedient ſich der gemietheten Nachen, wie in andern Staͤdten der Mieth⸗Kutſchen. So traͤge die Tuͤrken aller Klaſſen ausſehen, ſo ſind ſie doch

vortreffliche Ruderer. Es iſt unbegreiflich, wie die

tuͤrkiſche Regierung bei der großen Unwiſſenheit, Dummheit und Traͤgheit der meiſten Unterthanen be⸗

ſtehen kann. Das Kabinet iſt gewoͤhnlich aus unwiſ⸗

ſenden Soͤldlingen zuſammen geſetzt. Der Fall iſt nicht ſelten, daß der Vezier, Waſſer⸗Traͤger des Grot⸗ Admirals, oder Haſſan⸗Bey, wie dieſer ein Dienſt⸗ hote zu Algier geweſen iſt. Die obern Stellen der Pforte ſind nur durch geheime Naͤnke zu erlangen: jeder Anſehnliche, jede Sultanin hat ihre Geſchoͤpfe, welche ſie zu oͤffentlichen Aemtern zu befoͤrdern ſuchen. Am tuͤrkiſchen Hofe werden eben ſo viele Naͤnke geſpielt, als jemals au einem anderen. Ein aufruͤh⸗