Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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79.

ven ſehr verzeihlich, daß die Merkwuͤrdigkeiten von Konſtantinopel nur ein entferntes Intereſſe ihr darboten.

Sie warf ihren erſten Blick auf das Meer d i Marmora, auf deſſen Inſeln und einen Theil des Serails. Sie ſah den Sultan auf einem ſilbernen Sopha, waͤhrend die ihn begleitenden Kahne die Ufer des Kanals im Garten zu begraͤnzen ſchienen: denn ſie waren ſehr leicht gebaut, vergoldet, und hoͤchſt zier⸗ lich bemalt. Der Bart des Sultans war ſchwarz ge⸗ malt, damit er juͤnger ſcheine; da ſein Geſicht außer⸗ ordentlich bleich und ſchwarz⸗gelb geweſen iſt, ſo war er in großer Ferne leicht von ſeiner Umgebung zu un⸗ terſcheiden. 8

Die Gaſſen von Pera und Konſtantinopel ſind ſo enge, daß ein Staats⸗Wagen kaum durchkom⸗ men kann. Die Fenſter der Haͤuſer ragen in jedem Stockwerke ſo vor, daß die beiderſeitigen Bewohner des oberſten Stockes ſich manchmal die Haͤnde reichen koͤnnen. Kein anſehnlicher Tuͤrke macht ſelbſt in kur⸗ ier Entfernung Beſuche, ohne zu Pferde zu ſeyn. Weiber ſieht man zwar eben ſo viele, als Maͤnner; aber ſie ſcheinen nur als Mumien zu wandeln. Ein großes Kleid von dunkelgruͤnem Tuche bedeckt ſie vom Halſe bis auf den Boden; ein großes Stuͤck Muſſelin umhuͤllet ihre Arme und Achſeln; ein anderes ihr Haupt und ihre Augen. Unter dieſer Bedeckung kann man eben ſo gut einen Mann, als eine Frau, Prin⸗